Presse

Märkische Allgemeine Zeitung (Christin Schmidt) - 06.05.2022

Das Spiel in der Kunst und im Leben

Die neue Ausstellung „ausgespielt.“ in der Kunsthalle Bahnitz ist am Wochenende erstmals zu sehen: "…In eine ganze andere Welt holt Betina Kuntzsch die Besucher der Ausstellung. Sie erinnert unter anderem mit dem Video „Halmaspiel“ an das Leben ihrer Mutter, eine passionierte Halmaspielerin, die den zweiten Weltkrieg ebenso miterlebte wie die DDR und die politische Wende. Auf berührende Weise führt Kuntzsch anhand von Halmafiguren, Grafiken und für die jeweilige Zeit typische Deko-Blumen durch das Werk. Das Halmabrett dient dabei als wiederkehrendes Element, als Symbol für den Schauplatz eines Menschenleben, das sich immer wieder aufs Neue anpassen muss. „Das ist unsere Lebensrealität“, sagt Bodo Rau. Er weiß, diese Arbeit wird viele Besucher berühren..."

rbb Kultur - 18.11.2021

Ernst-Thälmann-Denkmal wird zum Denkort - Ein Gespräch mit unserem Architekturkritiker Nikolaus Bernau

Das Ernst-Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße in Berlin-Pankow ist eine kolossale Statue, die den ehemaligen von den Nazis ermordeten KPD-Führer Ernst Thälmann mit erhobener kommunistischer Faust darstellt. Das Bezirksamt Pankow hat entschieden, das Denkmal zum Denkort zu erweitern und hat einen Wettbewerb zur "künstlerischen Kommentierung" des Ernst-Thälmann-Denkmals ausgeschrieben. Die Künstlerin Betina Kuntzsch hat schließlich den Auftrag bekommen und denkt das Denkmal "vom Sockel her". Unser Kunst- und Architekturkritiker Nikolaus Bernau war heute Nachmittag bei der feierlichen Übergabe dabei.

moz.de (Maria Neuendorff) - 18.11.2021

Streit um Thälmann-Denkmal: Erweiterung des Thälmann-Denkmals in Berlin unter Protest eingeweiht – was die Enkelin des KPD-Führers sagt

Vom Denkmal zum Gedenkort. Unter dem Protest linker Gruppen wurde am Donnerstagnachmittag die Erweiterung des Thälmann-Denkmals in Berlin-Prenzlauer Berg eingeweiht. Was die Thälmann-Enkelin zur neuen künstlerischen Kommentierung sagt.

critic.de - 31.10.2021

DOK Leipzig 2021: Spielerische Komplexität. Kopf Faust Fahne – Perspektiven auf das Thälmanndenkmal

Kopf Faust Fahne – Perspektiven auf das Thälmanndenkmal ist ein vielgestaltiges Wesen. Zehn Miniaturen zeugen von verschiedenen zeitlichen und politischen Phasen, ordnen mithilfe von Anekdoten Berliner Stadtgeschichte, geben Angebote, um diesen Thälmann zu fassen zu kriegen. Sie variieren in Form, Farbe und den Gesten des Dokumentarischen, die sie bedienen. Animierte Sequenzen wechseln sich mit Fotografien von Schulheftseiten und Kinderbildern ab, ein Elektriker präsentiert stolz einige der 200 Dias, die er als Hobbyfotograf zur Zeit des massiven Wohnungsbaus rund um das Denkmal und dessen Park einst anfertigte. Die einzelnen Kurzfilme, für sich abgeschlossen, werden gerade durch ihre Kombination spannend, bei der Kuntzsch spielerisch mit Komplexität umgeht.

mdr Kultur - 28.10.2021

Mitteldeutsche Filmszene - Neuer Filmpodcast von MDR KULTUR: "Feinschnitt"

Die erste Ausgabe des neuen MDR KULTUR-Filmpodcasts trägt den geheimnisvollen Titel "Ich sehe was, was Du nicht siehst": ein Zitat aus Betina Kuntzschs Dokumentarfilm "Kopf Faust Fahne", der mit sieben weiteren Produktionen auf dem diesjährigen DOK-Filmfestival ins Rennen um "Die Goldene Taube" geht. In "Kopf Faust Fahne" gibt die Filmemacherin und Video-Künstlerin zehn Perspektiven auf das 50 Tonnen schwere Thälmanndenkmal, das einst für den ehemaligen KPD-Führer Ernst Thälmann in Prenzlauer Berg errichtet wurde und dort nach wie vor dem Vergessen trotzt. Zu Gast in der ersten "Feinschnitt"-Folge spricht die Regisseurin, die an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert hat, über ihre filmische Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Denkmal und der Neubau-Siedlung ringsum.

Leipziger Volkszeitung - 26.10.2021

Leipziger Dokwoche: Welche Filme im Deutschen Wettbewerb sehenswert sind

Der Deutsche Wettbewerb der Dokwoche ist in diesem Jahr leider nicht der stärkste. Zum Glück gibt es Ausnahmen.

Tagesspiegel (Matthias Reichelt) - 31.08.2019

Das kann nicht wahr sein: Drei Künstlerinnen widmen sich in der Kommunalen Galerie dem Realen

… lm deutlichen Kontrast zu den Werken der beiden vorgenannten Künstlerinnen nehmen sich die drei Videoarbeiten von Betina Kuntzsch streng konstruktivistisch aus. Die 20-minütigen und animierten Video-Zeichnung ,,Raumbild" zeigt als wandgroße Projektion Formatierungen von Linien, die mal parallel angeordnet sind, plötzlich stürzen, sich verschieben; wahrend von allen Seiten neue Linien ins Bild drangen und sich perspektivisch zu Räumen anordnen, um dann wieder zu kippen. Das grafische Spiel weckt nicht nur Assoziationen zu Architektur und Raumplanungen, sondern entfernter zum permanenten Spiel der Kräfte - wo auch immer - mit Aufbau und Revolte. Auf einem kleinen Monitor lauft das ,,Roadmovie", das mit vertikalen und parallelen schwarzen Linien beginnt, zu denen sich peu à peu ,,Störungen", Unterbrechungen und Richtungswechsel immer nur bruchstückhaft gesellen. Doch plötzlich beginnen kleine Liniensegmente vollends zu revoltieren und erinnern an ein anarchisches Uhrenballett. Und in der Tat ist Betina Kuntzsch eine Meisterin der Linienchoreographie.

Süddeutsche Zeitung (Rainer Gansera) - 06.11.2017

Depressive Episode ohne psychotische Symptome: Das 60. Leipziger Dokumentarfilmfestival

... Nur fünfzehn Minuten dauert die assoziative Collage "Halmaspiel", in der Betina Kuntzsch die Lebensgeschichte ihrer Eltern erzählt, aber ihr gelingt pointiert und prägnant, was epische Archivmaterialien-Dokumentationen oft nur mühsam herbeiholen: die Schilderung des Lebens in drei Deutschlands. Schönheit und Poesie sind wahrheitsdienlicher als Beweisbilder. …